Die neue INJAZTIGATOR CD "Return To A Past Future"
ist soeben erschienen!
Hier zwei aktuelle Rezensionen:
Rezension
in Jazz`N More Mai 2010
Höchste
Bewertung, 5 Sterne!!
Mit
Superlativen sollte man gerade bei CD-Besprechungen sparsam umgehen. Böse
Zungen behaupten ab und an, Schweizer Produktionen würden sowieso nie die
Bestnote erlangen. Hier der Gegenbeweis: Das Quartett um den Berner Tastenmann
Immanuel Brockhaus landet mit seinem zweiten Album „Return To A Past Future“
einen Wurf. Ein Album , das nicht nur in sich und innerhalb seines Genres
Fusion/Funkjazz absolut stimmig ist, sondern letztlich viel mehr als irgend ein weiteres Album darstellt.
Hier liegt
ein Konzeptalbum vor, das man beinahe als kleines Gesamtkunstwerk bezeichnen
darf. Das sorgfältig gestaltete, mehrseitige Booklet hebt sich wohltuend vom
Schweizer Durchschnitt ab und beeindruckt mit den Zukunftsbildern von Klaus
Bürgle aus den 1960er Jahren. Mit den Zukunftsvisionen des „Space Age“ befasst
sich denn auch die Band. Dies technikbegeisterte Zeit hat ihre Spuren ja
durchaus in der Musik hinterlassen. So verwendet Brockhaus eine ganze
Armadaausschliesslich analoger Synthesizer – neben dem guten alten Rhodes. Im
Studio wurden nur analoge Signalwege und „Vintage“ Mikrophone verwendet. Der
Bandsound tönt aber alles andere als verstaubt. Vielmehr besticht dieses
Ausnahmequartett durch seine klangliche Vielfalt.
Die zwölf
Kompositionen Brockhaus` werden konsequent durch kurze Intermezzi aus witzigen
Zitaten und Anweisungen unterbrochen. Dies macht das Hörerlebnis zu einer
wahren Reise in den Weltraum. Neben dem verführerischen Saxophonsound muss
unbedingt noch auf die absolut tighte Rhythmsection verwiesen werden – wüsste man
nicht, dass der Mann hinter den Kesseln Schnyder heisst, könnte man auf
Colaiuta, Cobham oder Chambers tippen. Insgesamt eine durch und durch hippe
Angelegenheit – grossartig.
sge
Rezension Amazon April 2010
Höchste Bewertung, 5 Sterne!!
Fusion-Musik und mehr bietet die schweizerische Jazzformation um den Keyboarder Immanuel Brockhaus mit dem schön selbstironischen Namen Injaztigator.
Nachdem der Hörer von einer netten Frauenstimme an Bord des Raumschiffs begrüßt wurde, glaubt man sich flugs in die siebziger Jahre versetzt. Das fließt so schön wie bei Return To Forever zwischen Where Have I Known You Before und Romantic Warrior, als Chick Corea die Muster der Rockmusik als Grundlage eines elektrischen Jazzsounds weiterentwickelte. Eine andere Klang-Referenz wären die mittleren Weather Report oder Klaus Doldinger.
Doch erschöpft sich diese CD nicht darin, den Sound von damals zu reproduzieren; das gelingt übrigens dank der Verwendung ausschließlich analoger Instrumente vorzüglich.
Hört man genau hin, entdeckt man Dinge, mit denen Injaztigator die Ironie ihrer Veröffentlichung fein dosieren. Nicht umsonst heißt die Platte RETURN TO A PAST FUTURE, und mit voller Absicht wird sie von phantasievollen Illustrationen einer Zukunftswelt geschmückt, wie man sie sich vor vierzig Jahren vorstellte. Die wohl aus alten SF-Filmen stammenden Dialog-Zwischenspiele deuten es an: Man schaut zurück, aber amüsiert und entspannt. Man weiß, daß die Zukunft ganz anders war/ist, und man läßt in den Retro-Sound einfließen, daß man es weiß.
Der Bass von Pierangelo Crescenzio allein ist pures Vergnügen, er legt bei Bedarf funkige Mitschnipprhythmusteppiche aus, marschiert groovy in die Beine, blubbert auch schon mal oder singt den anderen Instrumenten etwas zu - was manchmal zu tirilierenden Synthiesolos des Bandleaders führt. Der Chef der Truppe läßt den anderen durchaus Raum, gleichberechtigt Glanzpunkte zu setzen. Und er spielt mit seinen Klängen - Maultrommelartiges ist da zu hören, Zischendes und Knurrendes, ein Stevie-Wonder-E-Piano und Sounds, die man analogem Equipment nicht zutraut. Der Herr des Schlagwerks heißt Andreas Schnyder, trommelt sehr zweckdienlich und wird wohl auch gelegentlich vom Saxofonisten Thomas Maede mit Perskussionseinlagen unterstützt. Wenn letzterer Herr seine Soli bläst, unterscheidet er sich vom Doldingerklaus vor allem dadurch, daß es durchaus auch schräge und rotzige Momente gibt, nicht nur reinen Schönklang.
Eine CD, deren beste Momente man erst beim zweiten Hören wahrnimmt, weil unter der Oberfläche so viel passiert - und eine CD, die man mit aufgedrehtem Baßregler hören sollte. www.brambus.com
Hier die "alte " CD aus dem Jahre 2006:
INJAZTIGATOR ist Programm. Diese Band hält die Lupe vor das Zeitgeschehen und untersucht Entwicklungen, die über das rein Jazz-musikalische hinausgehen. Das Debutalbum "The Grammar of Life" beschäftigt sich mit der Literatur der Hippie-Generation und schlägt eine Brücke vom Amerika der 60er Jahre zu den Ereignissen der letzten Jahre. Textzitate von Burroughs, Kerouac, Salinger, Ginsberg und Bukowski tauchen aus elektronischen Beats und Soundscapes auf und pflanzen sich in Visuals fort: Spannender und energiegeladener New Electric Jazz.
Sie können ausgewählte Hörbeispiele, Texte und Fotos anfordern ! im.brockhaus@bluewin.ch
Einen Videoclip finden Sie unter: www. myspace.com/injaztigator
Immanuel Brockhaus - keyboards, composition
Ausbildung an der Swiss Jazz School Bern bei Joe Haider als Jazzpianist. Neben der intensiven Beschäftigung mit Keyboards und Musikelektronik spielt er in der deutschen und schweizerischen Szene in vielen Stilbereichen, von zeitgenössischem Jazz über Funk zu Pop, Musical und Theatermusik und ist als ausserdem als Komponist und Produzent tätig. In letzer Zeit verknüpft sich seine Musik mehr und mehr mit den visuellen Künsten, mit Literatur und Theater.
Thomas Maeder - saxophones
Bis zum 20ten Lebensjahr Studium der klassischen Klarinette am Konservatorium Genf, danach der Wechsel auf das Saxophon. Zahlreiche Konzerte mit diversen Jazz- Formationen und Big Bands. 1997 Saxophonunterricht in Havanna, Kuba. Thomas Maeder lebt seit 1993 in Basel, wo er in vielen Bands (Nubya, Picason, Dankner u.v.a.) spielt und an Musicals und Shows mitwirkt.
Pierangelo Crescenzio - bass
Abschluss am Bass Institute Los Angeles. Pierangelo Crescenzio spielt mit zahlreichen nahmhaften künstlern ( von DJ Bobo zu Chaka Khan ) in der nationalen und internationalen Szene und ist ein vielbeschäftigter E-Bassist. Zeitgenössische Musik, Musical, Pop Latin, Blues, Funk & Fusion, kaum ein Stil in dem sich Pierangelo Crescenzio nicht zuhause fühlen würde.
Andreas Schnyder - drums
Studium am Drummers Collective in New York, Drumschool Basel und an der Jazzschule Basel. Andy Schnyder bewegt sich traumwandlerisch in verschiedensten Stilen, sein Spiel ist persönlich und ausdrucksstark. Sowohl als Live Drummer als auch als Studiomusiker ist Andy Schnyder ein gefragter Mann. Er ist vertraut mit elektronischen Klangerzeugern und setzt diese gekonnt in seinem Spiel ein. Ganz nebenbei spielt er noch E-Bass.
The Grammar Of Life
The Past is imperfect The Present is tense The Future is Malign and Immortality lacks evidence
Ch. Bukowski
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